Kompostierung

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Hier haben wir ein paar Tips für den richtigen Umgang mit dem Kompost angefertigt. Es soll bei den eigenen Erfahrungen unterstützen. Die Fakten wurden aus dem Buch von Gerald Dunst „Kompostierung“ entnommen.

Bei der Kompostierung gibt es zwei verschieden Philosophien. Die einen vertreten die Meinung, der Kompost muss genauestens überwacht werden (PH-Wert, CO2-Ausstoss, Temperatur …) und muss anfänglich täglich gewendet werden. Sie favorisieren einen überwiegend aeroben Vererdungsprozess.

Andere Kompostierende richten ihren Blick auf die kleinen Helfer (Mikroorganismen), haben den Kompost fest gestammpft und erreichen so eine Fermentation – also überwiegen anaeroben Umbau. Wobei auch dort im Phasenwechsel gewendet wird. Und zwar nach Beendigung der Abbauphase und dem Beginn der Umbauphase.

Die unten aufgeführten Tipps richten sich auf die aerobe Vererdung.

Inhaltsverzeichnis

Die richtige Feuchtigkeit

lieber zu trocken als zu feucht!

Die Faustprobe:

mensch nehme das Kompostmaterial in die Hand und mache eine Faust quillt Wasser an den Seiten herunter, ist der Kompost zu feucht bröckelt er nach dem öffnen der Faust auseinander, ist er zu trocken bildet sich ein „Knödel“, ist er optimal

Die richtige Belüftung

wenn die Feuchtigkeit stimmt, stimmt meist auch der Luftgehalt

Faustregeln:

je öfter der Kompost umgesetzt wird, desto schneller ist er fertig und desto kontrollierter verläuft die Rotte je mehr Strukturmaterial in der Ausgangsmischung ist, desto länger kann mit der Umsetzung gewartet werden bei richtiger Zusammensetzung reicht ein Umsetzen des Kompostes alle 14 Tage

Zusammensetzung des Ausgangsmaterials

Das wichtigste in der Zusammensetzung ist das C/N Verhältnis (Kohlenstoff/Stickstoff). Das optimale Verhältnis ist 30:1. je älter, brauner und holziger ein Material ist, desto mehr Kohlenstoff ist darin enthalten je frischer, saftiger und grüner ein Material ist, desto mehr Stickstoff enthält es.

Erdzusatz

ein Erdzusatz von 10% ist immer ratsam. Es sollte sich um lehmhaltige Erde handeln

Durch die Beigabe von lehmhaltiger Erde (auch Bentonit möglich) kann sich der gewünschte Dauerhumus durch den Tun-Humus-Komplex bilden. Dieser wird meines Wissens von den Regenwürmern erstellt.

Durchmischung

Ein Kompost besteht, wenn man das so will, aus drei Schichten. Die oberste Schicht kann als Randzone bezeichnet werden. Hier passiert am Wenigsten, da viel Luft eintritt und die Zone leicht austrocknet. Die zweite Schicht kann Zone der Intensivrotte genannt werden. Hier wir die organische Masse umgewandelt. Sie kann zwischen 50 & 70 Grad Temperatur erreichen. Die dritte Schicht kann als Kernzone bezeichnet werden. Sie ist sehr Fäulnis gefährdet. Das kann im Vorhinein vermieden werden in dem ausreichend trockenes Material beigemischt mehr Strukturmaterial beigemischt und öfters umgesetzt wird


Dunkelheit & Wärme

Bakterien und Pilze arbeiten ausschliesslich in absoluter Dunkelheit. Von daher ist es notwendig, den Komposthaufen abzudecken. Am Besten mit Heu oder Stroh. Eine Temperatur zwischen 20 und 25 C° wäre vorteilhaft, allerdings kann mensch den Kompost auch im Winter ansetzen.

Wann ist der Kompost fertig?

Ein Kompost kann bereits nach 2-4 Wochen einsatzbereit sein, je nachdem wofür er verwendet wird.

Als Mulchmaterial muss er lediglich aus der Hitzephase heraus sein. Ein gutes Merkmal ist die Geruchsfreiheit. Auch wenn Mist beigemengt wurde, sollte der Geruch neutral sein.

Um ihn als Dünger einzusetzen, sollte der Kompost schon eine krümelige Struktur aufweisen und nach Walderde riechen.

Um ihn als Substrat einsetzen zu können, muss der Kompost mindestens sechs Wochen alt sein (bei 14 tägiger Wendung)

Je frischer (jünger) ein Kompost ist, desto höher seine Düngewirkung. Je älter er ist, desto besser ist seine Humuswirkung (bodenaufbauende Wirkung), und desto eher kann er auch als Substrat verwendet werden.