Jans-Garten

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Inhaltsverzeichnis

Das Gelände von Jan Ringeisen in Pisselberg

Auf dem ca. 500 qm großen sonnigen Teil eines großen Grundstücks direkt am Bahndamm der Castor-Strecke befinden sich zwei Bauwagen, in denen Jan lebt. Außerdem gibt es einen kleinen Tanzboden und allerhand Equipment für ein Survival ohne Wasser- und Kanalisationsanschluss. Der Mensch und seine Visionen

Jan ist von Haus aus Maschinenschlosser. Irgendwann hat er damit aufgehört und jahrelange Erfahrungen als Mitarbeiter in verschiedenen Projekten der ökologischen Landwirtschaft gemacht. Sein Hobby ist die Umnutzung ausrangierter Materialien. Jans moralische Vision ist eine Lebensform, die den Boden nicht auslaugt sondern ihm Nährstoffe zufügt. Er träumt von Kreisläufen, die einen Überfluss an Leben produzieren. Seine Freude sind Pflanzen, die üppig wachsen. Er möchte in einem Gemüsepark leben. Dabei ist das Gemüse für ihn keine ökonomische Größe, und der monetäre Wert der Esswaren, die er so produziert, ist ihm völlig egal. Er experimentiert seit zwei Jahren – angeregt durch seine Nachbarin Frau Carnap – mit EM und lässt sich dabei von Thorsten Mutzke beraten. Jans Plan ist die Umwandlung eines kargen Grundstücks in eine üppige Landschaft.

Der Garten

Da Jan in Pisselberg schon seit mehreren Jahren mit Mulch, Kompost, EMa und auch Biokohle(Pflanzenkohle)+Zeolit+Keramikpulver experimentiert, konnte er den Boden seines Gartens bislang auch ohne die aktuelle Kohlebeschaffung stark verbessern. Auffallend ist – dort ist es bereits jetzt richtig üppig grün.

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Der Terrapreta-Versuch

Die Bokashi-Organisation

Jan produziert seine EMa selbst. Für das Bokashi aus den häuslichen Abfällen setzt er eine Phalanx aus relativ gerade geformten 10l Eimern ein. Er fängt an mit einem Eimer für die Abfälle. Diese zerkleinert er mit einem Spachtel mit verlängertem Stiel. Er mischt da Kohle und EM ein. Und stellt darauf einen zweiten Eimer, der mit Sand gefüllt ist, den Abfall mit seinem Gewicht presst und luftdicht abschließt. Wenn der erste Eimer zu Zweidrittel voll ist, wird auf ihn ein dritter leerer Eimer gesetzt und mit dem Bokashi fortgefahren. Der zweite Eimer deckt dann den dritten ab u.s.w. Schließlich entsteht eine „Bokashi-Säule“.

Sein selbstproduziertes EMa füllt Jan in 10 Liter Plastikeimer(vom Eiscafe’) mit Zapfhahn. Er hat einen solchen Zapfhahn von einer Weintüte mit Heißkleber in den unteren Rand von einem ausrangierten Eimer eingebaut. Er füllt sein EMa in der Eimer und deckt die Flüssigkeit mit einer kompostierbaren Plastikfolie so ab, dass sie die Pampe generös aber luftdicht abschließt. Wenn er dann unten sein EMa ablässt, sackt die Folie durch das Vaccuum nach und es bildet sich keine Hefe mehr, eine EMa-typische Reaktion, die schnell bei Luftkontakt einsetzt.Die Eimer eignen sich sowohl zu Fermentation wie zur Lagerung bzw. Entnahmebehälter.

Für seine Beete hat er auf eine große Plastikplane eine Mischung aus frischem Pferdemist, geschredderten Unkräutern, Grasschnitt und Biokohle flach ausgelegt, mit reichlich EM getränkt und ca. 10 Tage lang mit einer Plastikplane ziemlich gut abgedeckt.

Die Beete

Seine fünf Beete hat Jan in einer Holzbretter-Rahmenkonstruktion von 1,40 m x 3,50 m und ca. 30 cm Höhe eingebracht.

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Diese Beete-Rahmen hat er auf die alten, schon ganz guten aber total verkrauteten Gartenbeete gesetzt und dann mit einer Schicht von ca. 7 bis 10 cm Pferdemist-Terrapreta aufgefüllt. Für seine Pflanzen hat er – anders als die Square-Foot-Gardening Anleitungen im Internet - nicht ein 30 sondern ein 35 cm Raster gewählt, weil er die üblichen Felder zu klein fand, um sie richtig gut nutzen zu können.

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Auf seine Holzbretter, die die Beete einrahmen setzt Jan in Abständen von 35 cm große Schrauben auf, zwischen die er Schnüre spannt. So entsteht im Luftraum über den Pflanzen ein Orientierungsraster, über das er bei Kälteeinbrüchen und Vogel- oder Insektenattacken ein lichtdurchlässiges Netz deckt.

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Für seine Pflanzen gräbt er zwei bis vier Löcher pro Feld in die Terrapreta-Decke und füllt sie mit Sand bzw. normaler Erde. Darein setzt er seine Gemüsepflanzen und schützt sie so vor dem unmittelbaren Kontakt mit dem noch frischen Pferdemist. Er setzt seine Terrapreta also so ein wie einen Mulch mit kleinen Pflanzinseln.

Seine Gemüsepflanzen zieht Jan zumeist selbst vor. Dazu hat er ein beheizbares und dunkles Keimkiste gebaut, das eine feuchte Keimtemperatur von stetig ca. 24° hat und selbst das widerborstigste Saatgut binnen drei Tagen zum Keimen bringt. Das ist ein Zeitgewinn von zumeist ca. 2 Wochen. Die gekeimten Samen kommen entweder in kleine Zwischentöpfe oder gleich ins Beet. Auf diese Weise bringt er große Gemüsepflanzen wie Hokaido, Zuccini, Zuckermais, Gurken etc. schon relativ früh zum Wachsen. Er hat eine Menge unterschiedliche Salat- und Kohlarten aber auch die gängigen Kräuter und Gemüse wie Bohnen, Erbsen, Sellerie, Porree etc. Als Bezugsquelle für Saatgut lobt er Dreschflegel.de, die besonders robuste altmodische Gemüsesorten anbieten.

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einem raffiniert simplen dreieckigen Gewächshaus aus ausrangierten schmalen, hohen Fenstern züchtet er wärmeliebende Pflanzen wie beispielsweise Tomaten.

Die Aufzeichnung des Fortschritts

Jans Interesse gilt dem Aufbau von Humus und in diesem Sinne wird er im Herbst auf die abgeernteten Beete noch einmal so eine vergorene Mischung aus Pferdemist, Küchenabfällen, Grünschnitt, Unkrautgehäksel sowie Kohle und EM aufbringen. Er betont, dass diese vielorganische Masse ein wunderbarer Nährboden für Mikroorganismen ist, ein Spender von Enzymen, Vitaminen und nützlichen Mineralien. Während der normale Kompost nur max.25 % der Energie nutze, ginge in der Terra Preta die Energie zu 85 % in Form von Wachstum, Bewegung, Wärme und Nährwert auf. Diesem Prozess gilt Jans Aufmerksamkeit. Seine Resultate sind schon jetzt üppig. Seine Experimente gelten auch den Pflanzennachbarschaften, den Pflanzenfamilien und den Fruchtfolgen. Seine Arbeit ist die Entwicklung einer Choreographie des Square-Foot-Gardenings unter der Einbeziehung von Terra Preta. Auch wenn die Gemüseernte nicht im Focus seiner Arbeit steht, genießt er die Ernährung aus seinem Garten.